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Millionär durch den Verkauf fremder Instagram- Fotos? RA Greier erläutert die Hintergründe

Das Posten von Bildern der eigenen Person und des eigenen Alltags ist längst eine Selbstverständlichkeit in der interaktiven Welt geworden.

Die auf Facebook, Instagram, Pinterest und anderen Social Media Kanälen veröffentlichten Fotos sind weitestgehend frei zugänglich.
Dass die Fotos trotz geschlossener Gruppen oder Freundeskreise grundsätzlich jeder einsehen kann, ist der Preis der neuen Welt.
An die Möglichkeit die eigenen Bilder zu verwerten denkt man regelmäßig nicht. Schon gar nicht denkt man daran, dass Dritte die eigenen Bilder kommerziell verwerten könnten.

Denkste hat sich der amerikanische Künstler Richard Prince gedacht.

Dieser verkauft auf Instagram veröffentlichte Bilder ohne die Einwilligung der abgebildeten Personen für 90.000 Dollar das Stück. Seine künstlerische Note gibt er den Fotos durch seine Kommentare die er unter den Aufnahmen anbringt.
Mit diesem künstlerischen Ansatz dürfte er sich Einnahmen im Millionenbereich verschafft haben.

Nettes Geschäftsmodell, doch nur bedingt zur Nachahmung zu empfehlen.

Nach dem amerikanischen Recht, welches so einige Abenteuerlichkeiten aufweist, stellen seine „künstlerischen“ Kommentare gemäß der „Fair-Use“ Doktrin eine Bearbeitung dar, die keine Verletzung der Urheberechte bzw. Persönlichkeitsrechte der abgebildeten Personen darstellt.

Nach deutschem Recht dürfte ein derartiges Vorgehen mithin rechtswidrig sein.
Das Urhebergesetz erlaubt die so genannte freie Benutzung eines Werks nur dann, wenn ein neues, selbstständiges Werk geschaffen wird.
Wenn ein Werk hingegen lediglich bearbeitet wird, ist dies ohne die ausdrückliche Zustimmung des Urhebers nicht zulässig.
Wenn sich die Bearbeitung, wie hier, in hinzu gefügten Kommentaren erschöpft, lehnt diese sich derart an das Originalwerk an und macht sich dieses zu Nutze, dass es schlicht einer Kopie gleich kommt.

Dann kann aber freilich nicht von einem neuen Werk gesprochen werden.
Das deutsche Rechts- und Kunstverständnis ist hier mit dem amerikanischen mithin nicht in Einklang zu bringen.

Wer also nun auf die Idee kommt, die Instagram-Fotoklau-Idee nachzuahmen und die Bilder seiner Kontakte zu Geld zu machen, sollte sich vorher mit uns abstimmen.

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