Urheberschutz von Webseiten

Urheberrecht an Webseiten?
Bei der Frage, ob Webseiten durch das Urheberrecht geschützt sind antwortet die Rechtssprechung ganz klar unklar regelmäßig mit einem, „Es kommt darauf an…“.

Ob die von Ihnen als Webdesigner gestaltete oder die von Ihnen als Unternehmen in Auftrag gegebene Webseite von Dritten z.B. Wettbewerbern einfach kopiert werden kann, kann von großer finnazieller Bedeutung sein. Auch, wenn das Rechtsempfinden ein Webseiten-Plagiat für unrechtmäßig hält, ist die rechtliche Bewertung leider nicht so klar.

Grundsätzlich können Webseiten urheberrechtlich geschützt sein.

Voraussetzung hierfür ist wie im gesamten Urheberrecht jedoch, dass die Seite über eine gewisse Schöpfungshöhe verfügt.
Diese liegt vor, wenn die Gestaltung über die durchschnittliche Gestaltung von Webseiten hinausgeht.

Es muss also eine besondere individuelle Leistung vorliegen.
Die Gestaltung der Webseite muss über das hinausgehen, was bei ordnungsgemäßer Erstellung eines Webauftrittes im Internet handwerklich zu leisten ist.“

Ob Ihre Webseite die erforderliche Schöpfungshöhe erreicht, ist mithin immer am Einzelfall zu beurteilen. Dies kann im Einzelfall durch eine besondere Farbauswahl oder -kombination, oder durch eine originelle Anordnung von Bildern und Grafiken, die der Webseite durch die Anordnung eine Auffälligkeit verleiht, der Fall sein (so auch LG München I, 7 O 1888/04 und LG Köln, 28 O 396/09).

Die Rechtsprechung ist hierbei allerdings sehr zurückhaltend.
Das Landgericht Köln hat hierzu mit Entscheidung 20.06.2007 beispielsweise (Az: 28 O 298/04) ausgeführt, dass allein ein einheitliches Design und eine alltägliche grafische Gestaltung der Benutzeroberfläche für das Erreichen der erforderlichen Schöpfungshöhe nicht genügt.

Die Folge für Sie als Unternehmer oder Webseitendesigner ist, dass die von Ihnen oder für Sie erstellte Seite regelmäßig urheberrechtlich nicht geschützt ist und folgenlos kopiert werden kann.

Einen ganz anderen Ansatz hat das OLG Rostock (Urteil vom 27.06.2007 – 2 W 12/07)verfolgt.
Dort wurde der urheberechtliche Schutz als Sprachwerk aufgrund der Suchmaschinenoptimierung der Seite zugesprochen.

, Auch das Landgericht Köln (Urteil vom 06.04.2011- 28 O 900/10 ) hat entschieden, dass sich der urheberrechtliche Schutz aus der Verwendung der Sprache im Sinne des, § 2 Abs. 1 Nr. 1 UrhG ergeben kann, wenn die erforderliche Schöpfungshöhe vorliegt

Für Webseiten gelte, dass die Individualität des Textes gerade auch in der technischen Realisierung der Gestaltung liegen kann, wenn der Webdesigner die Internetseite durch gezielte Verwendung von Sprache so optimiert, dass sie bei der Eingabe von Alltagsbegriffen in eine Suchmaschine unter den ersten Suchergebnissen erscheint.
Auch der Schutz als Sprachwerk dürfte indes die Ausnahme bleiben. Unter Umständen stehen Ihnen im Falle einer Nachahmung Ansprüche aus dem UWG zu.
Sprechen Sie uns an, wir prüfen Ihren Fall uns beraten Sie, wie Sie Ihre Seite ggf. nachahmungssicher gestalten können!