Jameda, Sanego & Co. Grenzen der zulässigen Arztbewertung

Negative Bewertung erhalten? Sanego Bewertung entfernen lassen?
Yameda Eintrag löschen lassen?

Im Internet ist die Persönlichkeit gegen Verletzungen sehr anfällig. Im Schutze der Anonymität werden Beleidigungen und geschäftsschädigenden Äußerungen getätigt, oder Äußerungen, die sowohl das Persönlichkeitsrecht als auch das Recht am Unternehmen des Betroffenen zu schädigen geeignet sind.

Bewertungsportale für Ärzte, Apotheker und auch Medikamente wie Yameda,  Sanego oder klinikbewertungen.de sind allgegenwärtig. Die Zeiten, in denen Sie sich als Arzt oder Apotheker außerhalb des Wettbewerbs befanden und eine negative Reputation in Einzelfällen ohne finanzielle Auswirkung blieb, sind vorbei.
Die virale Ausbreitung negativer Bewertungen und die Verdichtung der Daten im Internet können existenzbedrohende Folgen haben. Auf Sanego und anderen Portalen sind neben Arztbewertungen auch Erfahrungsberichte über Medikamente einzusehen. Auch für Pharmaunternehmen gilt es von Beginn an hier gegen rechtswidrige Einträge und Bewertungen vorzugehen und ein funktionierendes Reputation Management zu installieren.

Die Grenzen zwischen der zulässigen und rechtswidrigen Bewertung sind oft fließend.

Ausgangspunkt ist das Allgemeine Persönlichkeitsrecht, welches aus Art. 2 Abs. 1 und Art. 1 Abs. 1 des Grundgesetzes folgt und vor Eingriffen in den Kern der eigenen Persönlichkeit schützt.
Sollte eine rechtswidrige Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts vorliegen, haben Sie einen Anspruch auf Löschung der Bewertung.

 

Bei der Beurteilung einer Bewertung ist zwischen Tatsachenbehauptungen und Werturteilen bzw. reinen Meinungsäußerungen zu unterscheiden.
Eine Tatsache ist dem Beweis zugänglich, ein Werturteil nicht.
Aussagen über die Sympathie des Arztes sind als reine Meinungsäußerung nicht angreifbar, während die Äußerung, dass man trotz Termin jedes mal drei Stunden warten müsste entweder wahr oder falsch ist, mithin eine Tatsachenbehauptung darstellt.
Ist die Behauptung unwahr, dann ist sie rechtswidrig und Ihnen steht ein Löschungsanspruch zu.
Meinungsäußerungen sind nur dann zulässig, wenn sie nicht die Grenzen zur Schmähkritik überschreiten. Das ist dann der Fall, wenn es nur noch um eine Diffamierung geht und die Sache vollkommen in den Hintergrund tritt.

Spätestens mit Kenntnis von einem rechtsverletzendem Eintrag ist der Portalbetreiber auch verpflichtet, die Rechtsverletzung zu unterbinden. Um den Portalbetreiber rechtlich sauber in Kenntnis zu setzen, ist eine präzise Formulierung der Beanstandung erforderlich.
Bei Aufbereitung des Rechtsverstoßes ist daher zwingend rechtlicher Beistand geboten.
Oft besteht gerade bei wiederholenden Äußerungen und dem Verdacht, dass hier mit Schädigungsabsicht vorgegangen wird, auch das Interesse Auskunft über die Person des Verfassers zu erhalten.

Nach aktueller Rechtsprechung des BGH gibt es aber keinen zivilrechtlichen Anspruch auf Auskunft über die Daten des Verfassers, um seine Ansprüche gegen diesen durchzusetzen. Auch hier gibt es aber Mittel und Wege, an die Daten des Verfassers zu kommen. Enthält die Bewertung auch strafrechtlich relevante Inhalte, wie zum Beispiel beleidigende Elemente kann man eine Strafanzeige gegen unbekannt stellen. Die Polizei und Staatsanwaltschaft ist dann regelmäßig zur Ermittlung verpflichtet.
Dem beauftragten Rechtsanwalt steht dann ein Anspruch auf Akteneinsicht zu. Solange die Zivilgerichte hier keinen Auskunftsanspruch anerkennen, können wir über diesen Umweg also auch an den Verfasser herantreten.
Bewahren Sie sich Ihre Reputation und schützen Ihren guten Ruf gegen rechtswidrige Angriffe. Sprechen Sie uns an!